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La Réunion in 7 Tagen: die ideale Route mit dem Mietwagen

Sieben Tage auf La Réunion sind knapp für eine Insel, die alle zwanzig Kilometer die Kulisse komplett wechselt – und trotzdem reichen sie völlig aus, um aus dem Staunen nicht mehr herauszukommen, wenn man es klug anstellt. Das Geheimnis passt in einen Satz: Hier ist das Auto König. Es gibt praktisch keine ernstzunehmende Alternative, um bei Sonnenaufgang am Maïdo zu stehen, die Plaine des Sables zu durchqueren oder durch die Gassen von Hell-Bourg zu bummeln. Wir schlagen Ihnen deshalb eine Route Tag für Tag vor, die unnötige Wege vermeidet, mit realistischen Fahrzeiten (den echten, nicht denen des allzu optimistischen Navis) – und mit dem einen Reflex, der auf dieser Insel alles verändert: früh losfahren, sobald es in die Höhenlagen geht.

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Das Tropiloc-Team Vor Ort geprüft
Auf La Réunion ansässig· 8 Min.·Aktualisiert 17. Juli 2026

Vor dem Start: die Gebrauchsanweisung für diese Route

Auf der Karte wirkt La Réunion winzig: Die komplette Küstenumrundung misst kaum mehr als 200 km. Doch trauen Sie nicht den Entfernungen, trauen Sie der Uhr. Die Bergstraßen reihen Kurven und Steigungen von 15 % aneinander, und ein einziger Regenschauer bremst alles aus. Die goldene Regel: Man jagt nicht den Kilometern hinterher, man folgt der Logik der Insel.

Diese Logik ist einfach. Der Westen, trocken und sonnig, steht für Strände und Lagune. Der Süden steht für den Vulkan und die wilde Küste. Die Talkessel (Cilaos, Salazie) sind Sackgassen: Eine einzige Straße führt hinauf, man übernachtet oben und fährt auf derselben Straße wieder hinunter. Unsere Route verbindet all das in einer großen Schleife gegen den Uhrzeigersinn, ohne je unnötig zurückzufahren.

  • Das Auto: Wählen Sie mindestens 1,2 Liter Hubraum, die Anstiege ins Hochland sind steil. Holen Sie Ihr Fahrzeug direkt am Flughafen Roland Garros ab, dann sind Sie schon bei der Landung mobil.
  • Früh losfahren: In den Höhenlagen (Maïdo, Vulkan) ist der Himmel am frühen Morgen klar und zieht am späten Vormittag oft zu, wenn die Wolken aufsteigen. Ein verpatzter Ausflug um 11 Uhr wäre um 7 Uhr magisch gewesen.
  • Tanken: immer unten an der Küste. In der Höhe werden Tankstellen rar, und in Mafate gibt es gar keine.

Noch ein letzter Tipp: Reservieren Sie Ihr Auto in der Hochsaison mehrere Wochen im Voraus, und werfen Sie für die Wahl Ihres Reisezeitraums einen Blick in unseren Guide wann ist die beste Reisezeit für La Réunion. Bereit? Los geht's.

Tag 1 – Ankunft in Roland Garros und der kreolische Norden

Sie landen in Roland Garros bei Sainte-Marie, direkt neben Saint-Denis. Bis in die Hauptstadt sind es nur 10 bis 15 Minuten – ideal für einen ersten halben Tag, an dem Sie nach dem Flug nicht lange am Steuer sitzen müssen.

Schlendern Sie über den Barachois, die Uferpromenade mit ihren alten, aufs Meer gerichteten Kanonen, und dann die Rue de Paris hinauf mit ihren prachtvollen kreolischen Bürgerhäusern. Machen Sie einen Abstecher zum Grand Marché für den ersten Kontakt mit Gewürzen, Vanille und madagassischem Kunsthandwerk. Hier springt Ihnen das kreolische Lebensgefühl förmlich entgegen.

Am späten Nachmittag geht es Richtung Westen über die Küstenstraße (das große Viadukt am Fuß der Steilküste) und weiter auf die Route des Tamarins. Rechnen Sie mit 45 Minuten bis 1 Stunde bis Saint-Gilles-les-Bains, Ihrem Standquartier für die nächsten Nächte. Achtung: Diese Achse kann sich zur Rushhour füllen – fahren Sie vor oder nach dem dichtesten Verkehr.

Tipp: Nutzen Sie den Jetlag zu Ihrem Vorteil. Am ersten Morgen sind Sie ganz von selbst früh wach. Genau das brauchen Sie für den weiteren Verlauf des Programms.

Tag 2 – Der Westen: Lagune, Strände und Sonnenuntergang

Ein entspannter Tag an der Leeküste, der sonnigsten Seite der Insel. Beginnen Sie früh in der Lagune von l'Ermitage oder von la Saline-les-Bains: türkisfarbenes Wasser, bunte Fische, Maske und Schnorchel. Auch für Familien ist das der beste Platz, um das Handtuch auszubreiten.

Ein Wort der Ehrlichkeit, das hier unverzichtbar ist: Auf La Réunion ist das Baden im offenen Meer wegen der Hairisiken gesetzlich geregelt. Gebadet wird ausschließlich in der Lagune (Ermitage, la Saline, Saint-Leu, Saint-Pierre) sowie in bewachten und gesicherten Zonen wie Boucan Canot, das durch ein Netz und Beobachtungsposten geschützt ist. Außerhalb dieser Bereiche genießt man den Strand, bleibt aber aus dem Wasser. Das ist keine Panikmache, sondern die lokale Regel – und die wird respektiert.

Am Nachmittag fahren Sie die Küste entlang: die Bucht von Boucan Canot, der Aussichtspunkt Cap La Houssaye oder weiter südlich die Bucht von Saint-Leu, berühmt für ihre Sonnenuntergänge und als Gleitschirm-Spot. Lassen Sie den Tag mit einem Cocktail in der Hand ausklingen, während der Ozean orange wird.

Lust auf mehr Details? Unser Guide zu den schönsten Stränden von La Réunion beschreibt jede Bucht und verrät, wo man sicher baden kann.

Tag 3 – Der Maïdo im Morgengrauen, danach Saint-Leu

Aufstehen im Morgengrauen: Das ist DER Morgen, den man nicht verpassen darf. Der Maïdo (2 200 m) bietet einen schwindelerregenden Balkon über dem Talkessel von Mafate – jenem straßenlosen Kessel, der nur zu Fuß oder per Hubschrauber erreichbar ist. Von der Westküste aus rechnen Sie über Le Guillaume und Petite France mit etwa 1 bis 1¼ Stunden Auffahrt.

Das Timing ist entscheidend: Seien Sie vor 8 Uhr oben. Ab 9 bis 10 Uhr steigen die Wolken aus dem Kessel auf und verschlucken die Aussicht komplett. Stehen Sie notfalls um 5 Uhr auf, Sie werden es nicht bereuen: Die Sonne, die die Felswände von Mafate in Brand setzt, ist ein Bild, das man nie wieder vergisst. Zufahrt und Parkplatz am Aussichtspunkt sind kostenlos.

Auf dem Rückweg belohnen Sie sich in Saint-Leu: Besuchen Sie Kélonia, das Observatorium für Meeresschildkröten, oder das Zuckermuseum Stella Matutina. Wenn Sie an einem Freitag oder Samstag unterwegs sind, lohnt der große Wochenmarkt von Saint-Paul an der Strandpromenade den Umweg – wegen der Früchte, des Rougail und der Samosas.

Wanderer finden am Maïdo den Ausgangspunkt mehrerer grandioser Wege zum Grand Bénare: siehe unsere Auswahl der schönsten Wanderungen der Insel.

Tag 4 – Cilaos und die Straße der 400 Kurven

Ein völliger Szenenwechsel. Wir verlassen die Küste und fahren in den ersten Talkessel hinauf, nach Cilaos, über die legendäre RN5, genannt die „Straße der 400 Kurven". Ab Saint-Louis rechnen Sie für 35 km mit rund 1¼ Stunden Fahrt, Fotopausen nicht eingerechnet.

Diese Straße ist für sich genommen schon ein Erlebnis, aber sie will verdient sein: Haarnadelkurven, enge Passagen, an denen sich zwei Autos nicht begegnen können, und drei einspurige Tunnel, vor denen man hupt, bevor man hineinfährt. Man fährt gelassen, hält auf den angelegten Rastplätzen und genießt. Parken Sie niemals einfach irgendwo am Straßenrand.

Oben, auf 1 200 m, erwartet Sie Cilaos mit klarer Luft und Bergpanorama. Auf dem Programm:

  • Der Aussichtspunkt Roche Merveilleuse, ein Balkon über den gesamten Kessel.
  • Die Thermen mit ihrem natürlich warmen Wasser, perfekt für müde Beine.
  • Die Spezialitäten der Gegend: Linsen aus Cilaos, lokaler Wein und Stickerei.

Übernachten Sie vor Ort: Das Licht am Abend und am frühen Morgen auf den Felswänden ist herrlich – und Sie ersparen sich die 400 Kurven im Dunkeln.

Tag 5 – Der Piton de la Fournaise, der lebende Vulkan

Von Cilaos geht es zurück nach Saint-Louis, dann weiter Richtung Süden nach Saint-Pierre und anschließend über die RN3 hinauf zu den Hochebenen. Ein etwas längerer Fahrtag, aber was für ein Ziel: der Piton de la Fournaise, einer der aktivsten Vulkane der Welt.

Die Vulkanstraße beginnt in Bourg-Murat oberhalb von Le Tampon und führt bis zum Parkplatz am Pas de Bellecombe (2 300 m). Unterwegs zwei Pflichtstopps: der Nez de Bœuf, ein schwindelerregender Aussichtspunkt über die Rivière des Remparts, und vor allem die Plaine des Sables, eine 15 km lange Piste durch eine rote Aschewüste wie auf dem Mars. Ein normaler Pkw kommt bei trockenem Wetter problemlos durch.

Auch hier gilt: früh losfahren, denn das Gebiet zieht am späten Vormittag oft zu. Vom Pas de Bellecombe führt ein Pfad hinab in den Kraterkessel zum kleinen Krater Formica Leo (gut machbare Wanderung); Sportliche steigen weiter bis zum Gipfel des Dolomieu, das sind rund 5 Stunden hin und zurück und 13 km. Prüfen Sie vor der Auffahrt immer, ob der Zugang wegen eines Ausbruchs oder des Wetters gesperrt ist.

Nehmen Sie eine warme Jacke und Wasser mit: Dort oben kann es kühl und windig sein, selbst wenn eine Stunde weiter unten am Strand 28 °C herrschen.

Tag 6 – Der wilde Süden und die Ostküste

Heute folgen wir der Luvküste: grüner, rauer, ursprünglicher. Von Saint-Pierre aus geht es ostwärts durch den Sud sauvage (den wilden Süden):

  • Grande Anse: goldener Sandstrand mit Kokospalmen und einem angelegten Badebecken (außerhalb des Beckens ist das Meer gefährlich, halten Sie sich an die Hinweise).
  • Cap Méchant: schwarze Basaltklippen, von den Wellen gepeitscht – spektakulär.
  • Notre-Dame des Laves in Piton Sainte-Rose: die Kirche, die der Lavastrom von 1977 umflossen hat, ohne je hineinzudringen. Verblüffend.
  • L'Anse des Cascades: ein Kokoshain, in dem Wasserfälle direkt von der Klippe stürzen. Ein kleines Stück Paradies.

Anschließend fahren Sie an weiten Zuckerrohrfeldern entlang bis nach Saint-Benoît. Wenn Ihnen danach ist, führt ein Abstecher nach Takamaka oder zum Grand Étang in üppig grüne Täler mit Wasserfällen. Diese Küste ist regenreicher: Halten Sie eine Regenjacke griffbereit, die Schauer ziehen schnell vorbei. Übernachten Sie im Osten, dann sind Sie morgen gut positioniert.

Tag 7 – Salazie, Hell-Bourg und Rückfahrt zum Flughafen

Für den krönenden Abschluss geht es in den grünsten Talkessel der Insel: Salazie. Von Saint-André aus steigt die Straße (D48) in gut einer halben Stunde durch ein Tal voller Wasserfälle. Der berühmteste, der Voile de la Mariée (Brautschleier), lässt sich kurz hinter dem Dorf Salazie direkt von der Straße aus bewundern: Seine feinen Wasserfäden stürzen über Hunderte von Metern die Felswand hinab.

Fahren Sie weiter bis Hell-Bourg, das zu den schönsten Dörfern Frankreichs zählt. Bunte kreolische Häuser, blühende Gärten und die Maison Folio versetzen Sie in das La Réunion vergangener Zeiten. Probieren Sie unbedingt den Chouchou (die Chayote), den lokalen Star, der hier in allen Variationen zubereitet wird.

Am Nachmittag fahren Sie in Ruhe hinunter nach Saint-André und weiter zum Flughafen: Rechnen Sie mit etwa 1 Stunde. Geben Sie Ihr Auto mit vollem Tank zurück – und die Kamera gut gefüllt.

Und das war's: In 7 Tagen haben Sie den Ozean und die Wüste gesehen, den Strand und das Wolkenmeer, den Vulkan und den Regenwald. Der rote Faden dabei? Ihr Auto, das Ihnen jede Tür der Insel in Ihrem eigenen Tempo geöffnet hat. Für Ihre eigene Reise vergleichen Sie Fahrzeuge und Abholstationen auf Tropiloc und holen sich weitere Ideen in unserem Guide was man auf La Réunion unternehmen kann. Gute Reise – und viel Freude auf der Insel!

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